Pressemitteilungen 2011

SU-Vorsitzender Prof. Otto Wulff: "Immer mehr Pflegebedürftige Opfer häuslicher Gewalt"

Vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt gegen ältere Menschen durch eigene Angehörige hat der Bundesvorsitzende der Senioren-Union, Prof. Otto Wulff, eine bundeseinheitliche Notruf-Nummer für Pflegebedürftige gefordert.

In einer heute in Berlin veröffentlichten Mitteilung der zweitgrößten CDU-Bundesvereinigung (57.000 Mitglieder) verwies Wulff auf Schätzungen von Landesärztekammern, wonach rund 350.000 ältere Menschen in Pflegesituationen mindestens einmal im Jahr Opfer körperlicher Gewalt werden. Bereits jeder zweite Angehörige räume ein, mit der häuslichen Pflege häufig überfordert zu sein und Gewalt gegen den anvertrauten Menschen ausgeübt zu haben. Wulff: "Das ist nur die Spitze des Eisberges. Die Dunkelziffer ist extrem hoch."

Angesichts dieser bisher öffentlich weitgehend tabuisierten Form von Gewalt gegen ältere pflegebedürftige Menschen kritisierte der SU-Chef, dass es noch immer kein einheitliches Krisen-Notruftelefon in Deutschland gibt, an das sich sowohl Opfer häuslicher Gewalt wie auch überforderte Angehörige wenden können.

Professor Wulff wörtlich:

"Kindesmissbrauch ist in Deutschland zu Recht zu einem großen gesellschaftlichen Thema geworden. Aber Gewalt gegen Senioren ist nach wie vor ein Tabu. Dabei ist unbestritten, dass ältere pflegebedürftige Menschen inzwischen zu einem besonders gefährdeten Personenkreis gehören. Aufgrund nachlassender Kräfte befinden sie sich in einer starken Abhängigkeit, meist von den eigenen Kindern. Diese sind infolge oft beruflicher und familiärer Doppelbelastung mit der häuslichen Pflege von Eltern oder Großeltern psychisch wie physisch überfordert. 'Ich weiß, dass es unverzeihlich ist. So etwas tut man nicht.' So oder so ähnlich geschieht es immer wieder selbst in den 'besten Familien' ", erklärte der SU-Chef.

Der Vorsitzende der Senioren-Union weiter:

"Opfer, aber auch die vom eigenen Gewissen gepeinigten 'Täter' reagieren überwiegend mit Angst, Scham und Hilflosigkeit. Sie brauchen professionelle Hilfe. Bisher gibt es kaum Anlaufstellen. Deshalb ist es dringend an der Zeit, bundesweit eine Hotline einzurichten, die rund um die Uhr mit erfahrenen Psychologen und Pflegern besetzt ist. Eine solche Notruf-Nummer könnte z.B. die leicht merkbaren Ziffern '999' haben."

Berlin, 14.06.2011

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